Navigationsflug in die Kontrollzone; so lautet das heutige Thema der Schulung. Vor Tagen hatten wir bereits abgesprochen, dass der Flug nach Hamburg gehen sollte – so habe ich also fleissig alles vorbereitet und mir u.a. die Anflugblätter besorgt.

Treffzeitpunkt war 11 Uhr und wie verabredet bin ich ne knappe halbe Stunde vorher im Tower. Dort erfahre ich, dass selbst ein Überflug in Fuhlsbüttel schlappe Euro 75,– kosten soll. Daher war die Idee meines FL, dass wir doch eher nach Lübeck fliegen. Meine Planung war demzufolge eine gute Übung, doch jetzt musste zeitnah neu geplant werden. Der Flug sollte folgendermaßen aussehen: Neumünster – Lübeck Pflichtmeldepunkt Whiskey – Rendsburg – Neumünster.   Das Wetter war nicht wirklich optimal, ruhige Luft mit ein wenig Regen und kaum Wind.

Fertig geplant habe ich die Maschine gecheckt und bin zum Tanken gerollt. In Neumünster ist meist viel Segelflugbetrieb, so dass man nicht nur auf landene Segelflieger zu achten hatte, sondern auch auf rumliegende Seile – hierbei ist zu beachten, dass diese nach Freigabe überrollt werden können, aber die Motorleistung beim überrollen minimiert werden muss.

Die Maschine war schnell getankt, so dass wir auch recht zügig in die Luft konnten, um das Ziel Lübeck aufzunehmen. Meine letzte Navigation außerhalb eines Flugplatzes liegt schon eine Weile zurück – Willi hatte aber schon einige wertvolle Tips parat. Der eigentliche Anflug auf Lübeck war unspektakulär – wir haben Kontakt mit Lübeck Turm aufgenommen und durften die Kontrollzone einfliegen. Dann kam der Hinweis, dass wir am Ende des Gegenanfluges 360 Grad Kreise ziehen sollten, da eine 737 im Anflug sei. Für mich war das schon ein Wahnsinnsereignis. So drehten wir dann also unsere Runden und beobachteten die 737 bei der Landung, der wir dann relativ zügig folgten.

Auf dem Rückflug gen Rendsburg machten wir noch ein paar Übungen: Steilkurven, Kompassdrehfehler  und Navigatonsübungen; wo ist was und wo sind wir – was nicht immer sehr einfach war. Die Sicht kurz vor Schachtholm war dann so richtig schlecht, so dass mein visiertes Anflugsziel ein Containerschiff auf dem Nordostseekanal war. Vom Kanal keinerlei Spur. Die Strecke nach Neumünster war dann ähnlich – wir flogen in 1oooft bei Regen und diesiger Sicht; kaum markante Navigationspunkte – zumindestens nicht für mich.

Diese Flugstunde hat sich mal wieder so richtig gelohnt. Viele Dinge zusätzlich gelernt, noch mehr Sicherheit bekommen und das Wissen, dass ich in Sachen Navigation noch ein wenig üben muss.



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27. September 2020, 08:58
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