Es ist Freitag und wir haben einen freien Slot der Katana DV20 ergattern können, so dass wir heute mal wieder einen Übungsflug starten wollen. In den letzten Wochen waren Norbert und ich immer wieder mal unterwegs – wir ergänzen uns ganz gut und lernen beide voneinander in den verschiedensten Situationen. So ist auch ein Mitflug als CoPilot immer auch für die eigene Erfahrung ein ordentlicher Gewinn. Meist suchen wir uns irgendwo in Schleswig Holstein einen Flugplatz aus, an dem wir kurz entspannen und dann die Verantwortung tauschen.

Heute will ich mal einen „fremden“ Flugplatz anfliegen, der zudem eine Piste hat, die quasi rund ist und auf einem 40m hohen Klevrücken liegt. Dazu später mehr 😉

Wir planen also den Flug von Neumünster (EDHN) nach St. Peter Ording (EDXO), von dort aus nach St. Michaelisdonn (EDXM) und dann wieder zurück. Soweit der Plan! Karten sind vorbereitet und vollständig, die Route eingezeichnet, Spritberechnung kalkuliert und Wetter gecheckt. Ich arbeite mittlerweile mit einem Kniebrett und habe dort neben der Kladde und den Karten auch Anflugblätter der benachbarten Plätze immer dabei – echt praktisch das Teil.

Nach dem Aussencheck, den wir gewöhnlich beide nacheinander machen, sitzen wir auch schon in der Maschine und bereiten dort alles vor. Der Flug geht also nun gen EDXO. Dort hat man die Frequenz 129.775 MHz, die wir augenscheinlich nicht einstellen können; so rufen wir im Wechsel auf 129.78 bzw. auf 129.79. Ein Fehler, wie wir später erfahren sollten. Denn uns hat dort keine Seele gehört, so dass wir auf Heide-Büsum ausgewichen sind. Gut also, dass ich auch diese Anflugkarte griffbereit dabei hatte. Sollte man sich merken! Später habe ich in St. Peter angerufen, um zu erfahren, was möglicherweise auf dem Flugplatz los war – „nö, der Flugleiter war dort und kann sich nicht erinnern, dass da wer gerufen hätte“. Ein späteres Gespräch mit unserem Fluglehrer ergab, dass man die Frequenz durchaus auch auf .775 einstellen kann – dafür muss nur der Knopf gezogen werden – aha – war uns beiden noch nie aufgefallen. Nun ja…

Damit haben wir heute wieder etwas dazugelernt. Der Anflug auf St. Michaelisdonn war trotz der buckeligen Piste völlig problemlos. Zugegeben, etwas gewöhnungsbedürftig, aber ansonsten kein Thema. Viel aufregender war der Abflug nach einer ausgedehnten Pause und Unterhaltungen mit den dortigen „Kollegen“ – Sonntag findet dort das Flugplatzfest statt.
Bis kurz vor der Halbbahnmarkierung waren wir in der Luft und sind stetig weitergestiegen. Quasi direkt zum Ende der Piste endet das Plateau und der Boden liegt auf einmal 40m tiefer – das war ein wirklich spannendes und eindrucksvolles Erlebnis; gerade für einen Norddeutschen, der nur das Flachland kennt. Der Heimflug war dann zeitlich derart gut geplant, als dass wir genug Zeit hatten, den Flieger anschliessend zu putzen, die Papiere fertig zu machen ohne dass wir den Flugleiter an seinem Feierabend gehindert haben.