Mit der Cessna nach Berlin, zur Müritz und an die Ostsee

Drei Tage, drei Piloten beziehungsweise Flugbegeisterte, jede Menge Eindrücke und ein Wetter, das kaum besser hätte sein können.

Manchmal muss man gar nicht weit wegfliegen, um ein richtig schönes Reiseabenteuer zu erleben. Vom 10. bis zum 12. Juli ging es für mich gemeinsam mit einem befreundeten Fliegerkollegen und seiner Frau in unserer Cessna 172 mit dem Kennzeichen S5-DRI auf einen kleinen Rundflug durch den Nordosten Deutschlands. Von Itzehoe aus führte uns die Reise zunächst nach Berlin-Schönhagen, weiter zum Müritz Airpark und schließlich nach Barth an der Ostsee. Auf dem Rückweg warteten noch ein Rundflug um Rügen und ein kurzer Zwischenstopp in Anklam auf uns.

Drei Tage, mehrere Flugplätze, interessante Zwischenstopps und jede Menge schöne Eindrücke. Und das Beste: Das Wetter spielte während der gesamten Tour hervorragend mit.

Freitag: Von Itzehoe nach Berlin

Am Freitag starteten wir in Itzehoe zu unserem ersten Ziel, dem Flugplatz Berlin-Schönhagen. Schon der Flug war ein schöner Auftakt für unser Wochenende. Das Wetter war klasse, auch wenn es in der Luft stellenweise etwas bumpy zuging. Aber das gehört beim Fliegen eben manchmal dazu – solange die Bedingungen insgesamt gut sind, lässt sich das gut aushalten.

In Schönhagen angekommen, hatten wir das Glück, direkt am Flugplatz übernachten zu können. Nach der Landung ging es allerdings nicht erst einmal auf die Terrasse, sondern ziemlich zügig weiter: Wir besorgten uns einen Mietwagen und machten uns auf den Weg in die Hauptstadt.

Berlin stand auf dem Programm. Und zwar nicht nur mit einem kurzen Blick auf das Brandenburger Tor. Wir waren viel zu Fuß unterwegs, liefen zahlreiche Sehenswürdigkeiten ab und legten ordentlich Kilometer zurück. Berlin hat schließlich einiges zu bieten, und wenn man schon einmal da ist, möchte man möglichst viel sehen.

Irgendwann machte sich dann aber doch bemerkbar, dass Sightseeing zu Fuß eine ganz andere Art von Ausdauer verlangt als ein Flug im Cockpit. Gegen Abend waren wir ziemlich platt und froh, wieder zurück nach Schönhagen fahren zu können.

Flugzeug im Zebra-Look direkt vor unserer Unterkunft in Schönhagen

Der erste Tag war damit mehr als ausgefüllt. Und das Wochenende hatte gerade erst begonnen.

Samstag: Ein gutes Frühstück, ein Luftfahrtmuseum und weiter an die Ostsee

Der Samstag begann ausgesprochen angenehm. Direkt am Flugplatz Schönhagen wartete ein richtig tolles Frühstück auf uns. Genau das Richtige, um nach dem langen Tag in Berlin wieder zu Kräften zu kommen.

Danach hieß es: zurück ins Cockpit und weiter zum Müritz Airpark.

Wir flogen rund um Berlin herum in Richtung Müritz. Auch an diesem Tag waren die Wetterbedingungen hervorragend. Die gelegentlichen unruhigen Luftbewegungen konnten der guten Stimmung nichts anhaben. Es war einfach schön, unterwegs zu sein und die Landschaft aus der Luft zu erleben.

Blick aus dem Cockpit der S5-DRI auf Seen und Felder

Am Müritz Airpark angekommen, wechselten wir das Verkehrsmittel. Wir liehen uns Fahrräder und radelten zu einem Luftfahrtmuseum in der Umgebung. Nach dem Flug tat etwas Bewegung an der frischen Luft gut – auch wenn wir uns mit dem Museumsbesuch ein durchaus anspruchsvolles Ziel ausgesucht hatten.

Das Museum war ausgesprochen interessant, zugleich aber auch anstrengend und stellenweise etwas bedrückend. Luftfahrtgeschichte besteht eben nicht nur aus technischen Meisterleistungen, faszinierenden Flugzeugen und großen Erfolgen. Sie zeigt auch die weniger schönen Seiten der Geschichte. Ein Besuch, der nachdenklich macht und noch eine Weile nachwirkt.

Nach diesem Zwischenstopp ging es zurück zum Flugplatz. Unser nächstes Ziel lag an der Ostsee: Barth.

Ankommen in Barth – und unverhofft bei den Wikingern landen

In Barth angekommen, organisierten wir uns erneut einen Mietwagen. Der erste Weg führte uns direkt zum Hafen, denn nach dem erlebnisreichen Tag hatten wir uns ein ordentliches Abendessen verdient.

Der Hafen bot einen schönen Rahmen, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Doch der Abend hielt noch eine kleine Überraschung für uns bereit.

Auf dem Rückweg vom Hafen zu unserer Pension kamen wir zufällig an den Barther Wikingertagen vorbei. Und wenn man schon einmal mitten in so ein Fest hineingerät, fährt man natürlich nicht einfach weiter. Wir schauten uns das Ganze an und blieben schließlich eine Weile dort.

Feuershow bei den Barther Wikingertagen

Es wurde ein richtig netter und spannender Abend. Mit den Wikingern hatten wir bei unserer Flugplanung zwar nicht unbedingt gerechnet, aber gerade solche ungeplanten Erlebnisse machen eine Reise oft besonders.

Damit endete unser zweiter Tag mit einem gelungenen Mix aus Fliegerei, Kultur, Geschichte und einem unerwarteten Ausflug in die Welt der Wikinger.

Sonntag: Einmal rund um Rügen

Am Sonntag stand der Rückflug nach Itzehoe auf dem Programm. Allerdings wollten wir nicht einfach auf direktem Weg nach Hause fliegen. Schließlich waren wir schon an der Ostsee – und die wollte auch aus der Luft erkundet werden.

Unser erstes Ziel war Anklam. Doch vorher gönnten wir uns einen ausgedehnten Flug rund um Rügen.

Was soll ich sagen? Die Aussichten waren schlichtweg fantastisch. Die Küstenlinie, das Wasser und die Landschaft aus der Vogelperspektive zu erleben, ist immer wieder etwas Besonderes. Gerade bei solch guten Wetterbedingungen macht es unglaublich viel Spaß, die Umgebung aus dem Cockpit zu entdecken.

Es sind diese Momente, in denen man sich daran erinnert, warum man überhaupt fliegt. Nicht nur, um von A nach B zu kommen, sondern auch, um unterwegs Dinge zu sehen, die einem vom Boden aus verborgen bleiben.

Nach unserem Rundflug um Rügen nahmen wir Kurs auf Anklam. Dort legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein und gönnten uns einen Kaffee. Viel Zeit blieb nicht, denn vor uns lag noch der letzte Abschnitt der Reise.

Also wieder zurück zur S5-DRI, anschnallen, Checks durchführen und weiter Richtung Heimat.

Der Rückflug nach Itzehoe verlief ohne besondere Vorkommnisse. Schließlich landeten wir wieder auf unserem Heimatflugplatz EDHF – mit vielen Eindrücken im Gepäck und drei erlebnisreichen Tagen hinter uns.

Drei Tage, die Lust auf mehr machen

Wenn ich auf dieses Wochenende zurückblicke, war es vor allem die Mischung, die den besonderen Reiz ausgemacht hat. Wir hatten schöne Flüge bei bestem Wetter, waren in Berlin auf Entdeckungstour, haben ein interessantes Luftfahrtmuseum besucht, die Ostsee von ihrer schönsten Seite erlebt und sind ganz nebenbei noch bei den Wikingern gelandet.

Natürlich gab es auch etwas unruhigere Luft und ordentlich Fußwege. Aber genau das gehört zu einer solchen Reise dazu. Man erlebt eben nicht nur das, was man vorher geplant hat, sondern lässt sich auch auf die Dinge ein, die unterwegs passieren.

Besonders schön war, dass wir mit der Cessna nicht einfach nur Strecke gemacht haben. Wir konnten an verschiedenen Orten landen, die Umgebung erkunden und die Reise ganz flexibel gestalten. Das ist für mich einer der großen Vorteile der privaten Fliegerei: Der Weg ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern ein wesentlicher Teil des Erlebnisses.

Die S5-DRI hat uns dabei zuverlässig durch das Wochenende gebracht. Und wir drei sind mit vielen schönen Erinnerungen nach Itzehoe zurückgekehrt.

Mein persönlicher Eindruck: Solche Touren müssen gar nicht besonders weit führen oder aufwendig geplant sein. Ein paar Tage Zeit, nette Mitreisende, eine flugbereite Cessna und vernünftiges Wetter reichen völlig aus, um ein Wochenende zu erleben, von dem man noch lange erzählt.

Und wer weiß – vielleicht wartet das nächste kleine Flugabenteuer schon auf uns.