Die Schaltzentrale des Flugplatzes Hungriger Wolf befindet sich in zwei unscheinbaren Containern. Von dort lenkt Flugleiter Ernst-Peter Nawothnig Landungen und Starts. Während der Flugplatzbetrieb nach Abzug der Bundeswehr und Übernahme durch den Itzehoer Luftsportvereins (ILV) im Jahr 2003 ständig ausgeweitet wurde, sitzt die Flugleitung beengt im Doppelcontainer. Das wird sich ab März ändern. Denn der ILV baut ein neues Gebäude für die Flugleitung, in dem auch das Vereinsheim und die Flugplatz-Feuerwehr untergebracht werden.

„Es wird ein Nutzbau, der aber ansprechend gestaltet wird“, sagt der Vorsitzende Bernhard Rösler. Knapp 500 000 Euro investiert der Verein in sein neues Prunkstück. Im Untergeschoss gibt es Stellplätze für zwei Feuerwehrfahrzeuge, hinzu kommt ein großzügiger Clubraum mit Außenterrasse, Küche, Technik- und Sozialräumen, im Obergeschoss gibt es neben der Flugleitung noch einen Schulungsraum. Hohe Wärmedämmung, LED-Lampen, Wärmepumpe und Fußboden-Heizung sind weitere Ausstattungsmerkmale. „Wir wollten zukunftsorientiert bauen“, sagt Rösler.

Der Verein habe sich nach einer Alternative umsehen müssen, weil die Aufgaben der Flugleitung immer weiter gewachsen seien. Während es 2003 lediglich 3500 Flugbewegungen auf dem Hungrigen Wolf gegeben habe, seien es mittlerweile 14 000. Und aus dem ehemaligen Bundeswehrflugplatz sei ein öffentlicher Verkehrslandeplatz mit Öffnungszeiten an 365 Tagen im Jahr geworden. Hinzu kommt, dass das bisherige Vereinsgebäude im alten Tower 60 Jahre alt ist und nicht mehr genügend Platz für die Mitglieder bietet. Ein Nachnutzer dafür ist bereits gefunden, die benachbarte Firma Xwind, die einen Simulator für Crosswindlandungen für Privatflieger betreibt, will sich erweitern.

Überlegt worden sei im Verein auch, so Rösler, den ehemaligen Tower der Bundeswehr für die ILV-Zwecke zu nutzen. Doch nach längerer Überlegungen und Abwägung der Vor- und Nachteile sei der Verein zur jetzigen Variante gekommen. „Dies ist für uns die ideale Lösung.“ Gebaut werde auf eigenem Grund, es gebe eine Zufahrt, und die neue Flugleitung läge dicht an den Hallen und den Landebahnen.

Mit dem Fortschritt des Baus und den Ausführungen der Arbeit ist Rösler zufrieden. Ende Juli 2017 habe es – nach nur acht Wochen – die Baugenehmigung vom Kreis Steinburg gegeben, danach sei es genauso zügig weitergegangen. Jetzt erfolge nur noch der letzte Innenausbau bis zur Inbetriebnahme im März.

erschienen in der (shz) am 25.01.2018